Inkontinenzversorgung auf Rezept - Schritt für Schritt erklärt
Inkontinenzprodukte können in vielen Fällen von der Krankenkasse übernommen werden - viele Menschen wissen das jedoch gar nicht. Erhält man ein ärztliches Rezept ist eine Versorgung oft unkompliziert möglich. In diesem Artikel erfahren Sie, wie die Rezeptversorgung für Inkontinenzhilfsmittel funktioniert, welche Voraussetzungen gelten und worauf Sie achten sollten.
Fakten zur Inkontinenzversorgung auf Rezept:
✔ Rezept vom Arzt erforderlich
✔ Krankenkasse übernimmt häufig einen Großteil der Kosten
✔ Versorgung oft monatlich möglich
✔ gesetzliche Zuzahlung meist maximal 10 € pro Monat
✔ diskrete Lieferung nach Hause möglich
Wann übernimmt die Krankenkasse Kosten für eine Inkontinenzversorgung?
Um die Kostenübernahme der Krankenkasse für Inkontinenzhilfsmittel zu erhalten, benötigen Sie zunächst eine ärztliche Verordnung von Ihrem behandelnden Arzt. Dieser stellt den Schweregrad der Inkontinenz fest und verordnet dementsprechend das passende Hilfsmittel für die vorliegende Inkontinenz. Als Diagnose muss mindestens eine mittlere Harn- und/ oder Stuhlinkontinenz vorliegen. Auf dem Rezept sollte zudem der monatliche Bedarf,die Verordnungsdauer sowie eine Begründung der Notwendigkeit vermerkt sein, damit Sie Ihre Inkontinenzhilfsmittel schnell und einfach auf Rezept beziehen können.
Welche Inkontinenzprodukte gibt es auf Rezept?
Es gibt verschiedene verordnungsfähige Inkontinenzhilfsmittel, welche für jede individuelle Situation passend sind. Zum einen gibt es Einlagen und Vorlagen für aktive Menschen, welche ab einer mittleren Inkontinenz benötigt werden. Des Weiteren gibt es Inkontinenz Pants, die wie normale Unterwäsche getragen werden können und vor allem für aktive Menschen geeignet sind. Sollte eine stärke Inkontinenz vorliegen, ist es wichtig, sich ein Rezept für Windelhosen (Slips) ausstellen zu lassen. Windelhosen bieten vor allem bei starker Inkontinenz maximale Sicherheit.
Wer kann ein Rezept für eine Inkontinenzversorgung ausstellen?
Um ein Rezept für Inkontinenzhilfsmittel zu erhalten, können Sie ganz einfach ein Termin beim behandelnden Hausarzt vereinbaren, sofern eine Inkontinenz diagnostiziert wurde, kann dieser das Rezept ausstellen. Des Weiteren können Fachärzte wie Gynäkologen, Urologen etc. Rezepte für eine Inkontinenzversorgung ausstellen. Meist genügt bereits ein Gespräch über die Beschwerden, damit der Arzt die medizinische Notwendigkeit beurteilen kann.
Wie Sie Inkontinenzhilfsmittel auf Rezept erhalten

Muss ich etwas zuzahlen?
Für zum Verbrauch bestimmte Hilfsmittel, welche nur einmal genutzt werden können - wie Inkontinenzhilfsmittel - gibt es eine gesetzlich geregelte Zuzahlung. Die Höhe der Zuzahlung ist abhängig vom individuellen Monatsbedarf. Man muss sich mit 10% bzw. maximal 10 Euro an den Kosten, welche die Krankenkasse für den Monatsbedarf übernimmt, beteiligen. Für Kinder und Jugendliche fällt bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres keine Zuzahlung an.
Neben der Zuzahlung gibt es noch die sogenannten Mehrkosten. Diese fallen an, wenn man sich für ein höherwertiges Inkontinenzhilfsmittel entscheidet, welches den Erstattungsbetrag, den die Krankenkasse für einen monatlich übernehmen, übersteigt. Der Erstattungsbetrag kann je nach Krankenkasse variieren.
Welche Produkte passen zu welcher Situation?
Wählen Sie für Ihre Inkontinenz-Hilfsmittelversorgung das für Sie passende Produkt. Bei leichter Blasenschwäche sind vor allem Inkontinenzeinlagen zu empfehlen. Sollten Sie einen aktiveren Alltag haben und eine mittlere Inkontinenz vorliegen, sind Sie mit Inkontinenzpants optimal versorgt.
Für die Nacht sind vor allem saugstärkere Produkte wie Inkontinenzslips (Windelhosen) zu empfehlen, welche einen optimalen Schutz und Trockenheit gewährleisten. Bei schwerer Harn- und/oder Stuhlinkontinenz sowie eingeschränkter Mobilität bzw. Bettlägerigkeit, sollten anatomische Vorlagen in Verbindung mit einer Netzhose getragen werden.
Die Versorgung mit Inkontinenzhilfsmitteln auf Rezept kann den Alltag deutlich erleichtern und finanzielle Entlastung schaffen. Wichtig ist vor allem eine Versorgung, die wirklich zu den persönlichen Bedürfnissen passt.